Sohnemann

Was soll man dazu sagen? Ist das nicht ein Prachtkerl?
Meine Schwester Irina sagt mir mal vor Tagen: Äd, du hast zwar Ahnnung von PCs und Co, aber kriegst es nicht gebacken, Bilder von deinem Sohn online zu stellen. So ich hole es nach!
Bewundert ihn. Er sieht genau so sexy aus wie sein Dad!
Nachdem ich heute morgen um drei Uhr unruhig eingeschlafen bin, wurde ich unsanft um halb sieben geweckt. Elli ist am Telefon und meint aufgeregt: Es geht los! Waaaaaaassssss? Voll verpeilt merke ich, was sie damit meint. Die Geburt! Das Nötigste wird erledigt und einige Minuten später bin ich im Kreissaal, wo ich Elli alleine mit einer Hebame auffinde. Ich dachte die Geburt wäre schon voll zu Gange und ein Team von Superärzte stehen um Elli herum. Pustekuchen! Es folgten die schlimmsten 7 Stunden meines Lebens. Ich musste hilflos zuschauen wie meine Frau unter schwersten Wehen leidete. Stellt euch vor: Ihr habt übelste Schmerzen und währenddessen habt ihr eine Brechattacke. Sie musste es durchmachen. Ich habe mich so hilflos gefühlt. Was soll ich machen? Was könnte ich tun? Nichts! Ich war gezwungen, den Kampf meiner Frau nur als passiver Teilnehmer zu verfolgen. Schrecklich! Eine PDA (Betäubung) wurde durchgeführt. Zwecklos, sie schlug nicht an. Und eine weitere Runde des Kampfs startete. Ich war so oft drauf und dran Hals über Kopf aus dem Kreissaal zu verschwinden weil ich die Schmerzen meiner Frau einfach nicht aushalten konnte. Ich blieb.
Nachdem alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, entschied der Arzt, dass nur noch ein Kaiserschnitt dem Elend ein Ende bereiten würde. Ab da ging alles schnell. Ich sollte mich umziehen und die OP-Klamotten anziehen. Minuten später waren wir direkt im OP.
Kurz danach erblickte unser Sohn Nathan die Welt. Mit seinen 3880 Gramm und 53cm Größe scheint er ein durchschnittlicher Knabe zu sein (im Vergleich zu der Köpermasse seiner Eltern
) und kerngesund. Erleichterung bei mir und Elli. Sieg für uns. Gott sei Dank!
Viel später realisiere ich es: Ich bin Vater!
20 Jahre zurück lief Rick Hoyt ein Rennen über 5 Kilometer wo er sein Sohn, welcher behindert im Rollstuhl saß, vor sich her rollte. Nach dem ersten rennen sagte sein Sohn, das er während des Rennens sich vollkommen Gesund gefühlt hat frei von jeglicher Behinderung. Seither haben die beiden an über hunderter Triathlons und Marathons teilgenommen.
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